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Neuer Berater nimmt Arbeit auf LK / Herr Neumann 5.8.2010
Verabschiedung des Medienberaters LK / Herr Kruse 2.10.2007
Jubiläum im Kreismedienzentrum LK / AZ 4. September 2006
Schnipsel der letzten Kriegstage: Uelzen '45 LK /AZ Uelzen, 22. Juni 2006
"Meister der Medien" Uelzener Anzeiger, 8. März 2006
Uelzener Schüler lernen Archäolgie aus dem Koffer Zusammenfassung Telefoninterview der dpa 10/2003
Fotoausstellung des Kreismedienzentrums Foyer der AZ Uelzen, 1. bis 30. November 2001
Interview mit neuem Bildstellenleiter Generalanzeiger vom 7. November.2001
Fotoausstellung des Kreismedienzentrums Foyer der AZ Uelzen, 4. bis 31. Januar 2001
"Hier sind die Filme kostenlos" Allgemeinen Zeitung (AZ)  Uelzen, 4. August 1999


Generalanzeiger (GA) vom 7. November 2001:

Das Wochengespräch

Heute mit: Jürgen Kruse, Leiter der Kreisbildstelle für den Landkreis Uelzen


Jürgen Kruse ist seit Anfang September 2001 Leiter der Kreisbildstelle Uelzen, die bei der Kreisverwaltung angesiedelt ist. 

Der Lehrer für Englisch, Geschichte, Sozialkunde und Erdkunde ist in Hannover aufgewachsen, gleich nach dem Studium trat er 1978 eine Stelle in Bad Bevensen an. Obwohl er sich selbst als Großstadtpflanze“ bezeichnet, fühlt sich der 50-Jährige in seinem Wahl-Heimatort Uelzen wohl.

Kreisbildstellenleiter Herr Kruse

GA: Herr Kruse, mussten Sie für Ihre neue Aufgabe den Lehrerberuf aufgeben?
J. Kruse: Nein, ich bin auch weiterhin Lehrer an der KGS in Bad Bevensen. Die Leitung der Kreisbildstelle ist eine Abordnung, die ungefähr die Hälfte meiner Stundenzahl umfasst. 

GA: Seit wann gibt es Kreisbildstellen?
J. Kruse: Die Entwicklung begann 1935. Sie sind sozusagen ein Produkt der damaligen Zeit, sicher auch aus Gründen der Propaganda. Jede Schule erwarb   damals einen Diaprojektor und eine eigene 16-Millimeter-Filmprojektionsanlage. Wir haben inzwischen nicht nur einen großen Bestand an alten Filmen, sondern auch eine hervorragende Sammlung historischer Projektionsgeräte in unserem Archiv. 

GA: Das bedeutet, dass diese Institution mit ihren Sammlungen auch selbst ein Dokument der Zeitgeschichte ist? 
J. Kruse: Richtig. Die jahrzehntelang gesammelten Film- und Tondokumente und die zugehörige historische Technik bilden nicht nur einen Abriss des technischen Fortschrittes, sondern auch ein Abbild von Zeitgeist, pädagogischem Ansatz  oder auch gesellschaftlichen Normen. 

GA: War die Verknüpfung der Bildstellen zu den Schulen von Beginn an  eine sehr enge?
J. Kruse: Ja, und nicht allein zu den Schulen. Unser Medienservice steht denjenigen zur Verfügung, die zur Jugend- und Erwachsenenbildung beitragen. Das sind Jugendgruppen (Pfadfinder, Kirchengruppen, Sportvereine), Altenheime, Kindergärten, BGS , Feuerwehr, Polizei und viele mehr. Diese sind unsere Kunden, für die wir kostenfreie  Dienstleistungen erbringen. 

GA: Wie werden diese in Anspruch genommen?
J. Kruse: Sehr gut. Wir bemühen uns natürlich auch darum, immer ein offenes Ohr für Wünsche und für den aktuellen Bedarf zu haben. Gerade bei Neuanschaffungen fragen wir immer wieder  nach, welche Interessen bestehen. Derzeit haben wir beispielsweise aus aktuellem politischen Anlass Material über den Islam angeschafft. 

GA: Wie umreißen Sie das Sammlungsprofil Ihres Hauses? 
J. Kruse: Diese Einrichtung steht auf mehreren Säulen. Das sind einmal die Schulungs- und Unterrichtsmedien: Videos, 16-mm-Filme, Dias, Kassetten, CD-Roms und DVD’s - mit einem Wort die ganze Bandbreite an Medien. Die andere Säule sind die Voraussetzungen, um diese Medien betrachten zu können, also die Vorführgeräte und der Umgang damit. Wir bieten beispielsweise Kurse zum Erwerb des Filmvorführscheines an. Hinzu kommt das Bildarchiv. Ein qualifizierter Fotograf hält alle wichtigen Anlässe und Ereignisse im Kreis fest, erstellt Fotoserien, fertigt Reproduktionen an, pflegt das Fotoarchiv. Beratung und Service gehören natürlich auch dazu. Wenn  etwa Schulen neue technische Geräte anschaffen möchten, dann beraten wir und beschaffen diese, außerdem werden die Geräte auch bei uns im Hause repariert und gewartet. 

GA: Wie sieht das inhaltliche Profil Ihrer Sammlung aus? 
J. Kruse: Schwerpunkt des Bildarchivs ist die Regionalgeschichte. Darüber hinaus bieten wir ca. 8000 Medienkopien für 38 Fachbereiche an. Diese reichen von aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen bis hin zu  den Naturwissenschaften - immer auf den jeweiligen Nutzer abgestimmt. 

GA: Wonach richten Sie die Beschaffung von Informationsmaterial aus? 
J. Kruse: Wir sammeln Anforderungen, die von den Bildungseinrichtungen an uns herangetragen werden, vom Kindergarten bis zur Berufsschule, sprechen die Kollegen auch direkt an. Informationen über das vorhandene Material können wir in Medienkörben, passend zu den Unterrichtseinheiten, zusammenstellen. Dies soll den Benutzern Übersicht verschaffen und die Auswahl erleichtern

GA: Woher bekommen Sie selbst Informationen über aktuelle Medienangebote? 
J. Kruse: Verlage und Produzenten bieten uns ihr Material an, so dass wir immer auf dem Laufenden sind. Mittels eines eigenen Fahrdienstes werden die Medien und Vorführgeräte in alle Schulen des Landkreises gebracht. 

GA: Inzwischen haben viele Schulen eigene Internetanschlüsse. Wird diese Entwicklung langfristig einen Teil Ihrer Aufgaben ersetzen? 
J. Kruse: Nein, im Gegenteil. Über unsere Internet-Homepage ist ein großer Medien- und Gerätebestand sofort einsehbar und nutzbar. Außerdem bieten wir Lehrgänge an, speziell im Umgang mit den neuen Medien wie digitaler Bildbearbeitung, Videoschnitt u.a. 

Gespräch: Christine Kohnke


Allgemeinen Zeitung (AZ) Uelzen, 4. August 1999:

Hier sind die Filme kostenlos
Das Angebot der Kreisbildstelle


Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, ein Film hat mehr als 1000 Bilder,
die Kreisbildstelle hat mehr als 1000 Filme.

Sicherlich kennen Sie noch aus der Schule die Filme über den Schäferhund, die Amsel und das Paarungsverhalten sämtlicher Tierarten. Aber haben Sie schon einmal über ihre Herkunft nachgedacht?

Die Kreisbildstelle besitzt zu 38 Fachbereichen ca. 7000 Medienkopien in ihrem Archiv. Diese bestehen aus 8-mm- und 16-mm-Filmen, Diareihen, Tonkassetten sowie Videos und Softwareprogrammen. Ist ein gewünschtes Medium einmal nicht erhältlich, wird es bei anderen Bildstellen oder kommerziellen Verleihern bestellt. Durch das Angebot von ausgewählten Spielfilmen können auch außerhalb des Unterrichts für Kinder, Jugendliche und Erwachsene eindrucksvolle, zeitlose Filmerlebnisse vermittelt werden.

Das Leihangebot richtet sich allerdings nicht an Privatpersonen, sondern an diejenigen, die zur Jugend- oder Erwachsenenbildung beitragen. Das schließt jegliche Art von Jugendgruppen (wie z.B. Pfadfinder, Kirchengruppen, Sportvereine), Altenheime, Kindergärten, BGS sowie Polizei und viele mehr ein. Dafür steht der Medienservice diesen Nutzern kostenfrei zur Verfügung.

Zum Vorführen von 16-mm-Filmen bedarf es eines Filmvorführscheines, der bei der Kreisbildstelle erworben werden kann. Durch angebotene Videokurse lernen Interessierte mit der Kamera zu arbeiten, sie richtig zu verkabeln, die verschiedenen Aufnahmetechniken anzuwenden und vieles mehr. Zusätzlich kann man hier die Vorführ- und Schneidegeräte ausleihen. Die Aufgabe der Bildstelle besteht aber nicht nur aus dem Verleih, sondern zu größeren Teilen aus Reparaturarbeiten, Archivierung, Wartung des Bestandes an Medien und Geräten sowie Beschaffung der Geräte. Desweitern werden alle über sie beschafften Geräte der Schulen und des Kreishauses repariert.

Die Kreisbildstelle fährt an jedem Dienstag und Mittwoch die Schulen des Landkreises an, so daß vorbestelltes Material gut zugänglich gemacht und auch wieder abgeholt wird. Trotz eines eingeschränkten Benutzerkreises sind die Ausleihzahlen in den letzten Jahren erfreulich gestiegen.

Ein Anliegen hat Bildstellenleiter Horst Wunsch für die Zukunft: "Das umfangreiche Material- und Medienangebot könnte noch viel besser genutzt werden. Die verkomplizierte Unterrichtssituation in den Schulen läßt nur wenig Raum für kreativen Medieneinsatz", glaubt er.


Uelzener Anzeiger, 8. März 2006:

Meister der Medien
Imposante Statistik des Kreismedienzentrums Uelzen


Nun, ein wenig stolz sind die Mitarbeiter des Kreismedienzentrums Uelzen schon auf das in den letzten Jahren Erreichte und das spiegelt sich in den Verleihzahlen wider: Die Anzahl der ausgeliehenen Medien hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt, die Anzahl der ausgeliehenen Geräte verzehnfacht.

Großer Medienbestand

,,Das hat einen guten Grund, denn das Kreismedienzentrum verfügt über einen äußerst umfangreichen Mediensbestand“, so der Pädagogische Leiter, Jürgen Kruse. Knapp 2600 Dia- und Tonbildreihen, 3693 16mm-Filme, 2161 VHS-, DVD und Video-CDs, 62 Medienpakete und 48 CD-ROMs (Software) befindne sich im Angebot - eine Vielfalt, die allen Institutionen im nichtgewerblichen Bildungsbereich (Schulen, Behörden, Vereine, Außerschulischen Bildungseinrichtungen, Kirchengemeinden, Altenpflege, Jugendzentren sowie Institutionen der Erwachsenen- und Jugendbildung) zur Verfügung stehen. Ein großer Bestand, der katalogisiert und gepflegt sein will. ,,Viele wissen gar nicht, welche Schätze wir hier haben“, sagt Michael Haugrund und nennt ein Beispiel - den ,,Landkreis Uelzen-Koffer“, vollgepackt mit Medien aber auch mit Anschauungsmaterial. Von Dokumentationen zu unterschiedlichsten Themen bis hin zu populären Spielfilmen reicht das Angebot. ,,Ein besonderes Problem stellen dabei die Urheberrechte dar, sie machen die Filme so teuer“, erklärt Jürgen Kruse, der sich dennoch freut, eine ungeahnte, gut sortierte Bandbreite (den Inhaltskatalog gibt‘s auf CD-ROM) präsentieren zu können. Dazu gehört auch die Präsentations- und Produktionstechnik vom Diaprojektor über den 16mm-Filmprojektor bis hin zum Video- und Overheadprojektor, zum DVD-Player, zu Fernsehern und Tageslichtprojektoren sowie Zubehör.
 

Geräte-Werkstatt

In der Werkstatt von Michael Haugrund türmen sich derweil die zu reparierenden Geräte. Die wieder zu reparieren, erfordert Sachkenntnis, Feingefühl und Improvisitationsvermögen, doch mit viel Geduld wird so manch eine Gerät am Ende doch wieder zum Laufen gebracht.
 

Weiterbildung & Schnitt 

Einen weiteren Schwerpunkt nimmt die Weiterbildung von Lehrkräften, Schülern, Kindergärtnerinnen, Erzieherinnen und anderen Interessierten ein. Sie können unter anderem einen dreistündigen 16mm-Kurs oder einen vierstündigen Videokurs belegen. Am Ende wissen sie nicht nur mit den Geräten umzugehen, sondern sie erhalten auch einen Vorführschein. ,,Das könnte auch beruflich interessant sein“, so Jürgen Kruse. Ein weiteres Bildungsangebot ist der digitale Videoschnitt. ,,Hier kann zum Beispiel aus Videofilmen eine hochwertige DVD erstellt werden“, erklärt Michael Haugrund. ,,Computertechnikkenntnisse sind nicht erforderlich, das System ist narrensicher.“ Nach einer kurzen Einleitung geht‘s los. Jugendzentren, Kindergärten und Schulen nutzen diese Gelegenheit gern, aber auch Vereine können hier ihre Erinnerungen professionell gestaltet auf DVD festhalten.
 

Foto-Archiv

,,Unser von Dieter Pietsch verwaltetes Bildarchiv ist die Perle unseres Zentrums“, sagt Jürgen Kruse. Im Obergeschoss des Kreismedienzentrums befindet sich direkt neben einem Schwarz-Weiß-Labor das umfangreiche Archiv mit tausenden von Fotografien, die sich alle mit Uelzen und dem Landkreis beschäftigen. Historische Aufnahmen befinden sich ebenso darunter wie aktuelle Bilder, die Fotograf Dieter Pietsch bei Veranstaltungen oder Ereignissen aus jüngster Zeit geschossen hat. ,,Viele, die etwa an einer Ortschronik arbeiten, kommen hierher“, sagt Dieter Pietsch, der jedes einzelne Foto archiviert hat - auf herkömmliche Art. ,,Das alles im Computer zu katalogisieren, wäre eine schier unendliche Arbeit.“ Und doch findet sich jedes Bild ,,auf Schlag“. ,,Wir sind natürlich immer an Sammlungen vor allem historischer Bilder aus Stadt und Kreis Uelzen interessiert. Die Bilder werden von uns abfotografiert und vergrößert, anschließend erhält sie der Eigentümer auf Wunsch zurück“, so Dieter Pietsch, der gerade dabei ist, Bilder für eine Sonderausstellung im März im Kreativen Speicher zusammenzustellen.
 

Neues Bildmaterial

Jürgen Kruse arbeitet zurzeit an einem ganz besonderen Projekt: ,,Im Sommer 2005 war ich im Imperial War Museum London und habe dort weiteres Material über die letzten Tage des Zweiten Weltkrieges in Uelzen gefunden. Über 100 Bilder aus Hambrock, Veerßen, Uelzen und Molzen - letztere zeigen eine Reichsfunksendeanlage - habe ich ausfindig machen können.“ Dazu kommen Fotografien des Kampfmittelbeseitigungskommandos Hannover, die insbesondere Luftaufnahmen des zerstörten Uelzener Bahnhofs vom Ende 1944 und Anfang 1945 sowie nach Kriegsende zeigen. ,,Dies alles möchte ich in den Uelzen-Film einarbeiten, den die Engländer im April 1945 gedreht haben“, sagt Jürgen Kruse. In London hat er außerdem mit jüdischen Frauen gesprochen, die während des Nazi-Regimes aus Uelzen fliehen mussten. Deren Aussagen und Aussagen von Zeitzeugen, die noch befragt werden sollen, werden in den Uelzen-Film eingeschnitten.,,Teilweise wird es schwierig sein, alles in eine Chronologie zu bringen. Auch die Auswertung des Bildmaterials ist nicht gerade einfach, doch ich verspreche mir viel davon. Der so neugestaltete Film wird das ganze Desaster der letzten Kriegsmonate in Uelzen dokumentieren“, ist sich Jürgen Kruse sicher. ,,Der Film soll die Betrachter packen und zur Wahrheitsfindung beitragen, denn es gibt noch immer viele persönlich eingefärbte Ansichten über das, was Uelzen am Ende des Zweiten Weltkrieges erlebt hat.“

Weitere Informationen erhalten Interessierte im Kreismedienzentrum, Veerßer Straße 92 in Uelzen, Telefon (0581) 823880, Internet: http://nibis.ni.schule. de/~kbuelzen/

Wir danken dem Autor Dirk Marwede für die Überlassung des Textes.


Allgemeine Zeitung, 22. Juni 2006:

Schnipsel der letzten Kriegstage
Uelzen '45: Kreismedienzentrum dreht Film mit Zeitzeugen.


Feuersbrunst in Uelzen: Die letzten Kriegstage im April 1945  Von Daniela Lövenich

Dichte schwarze Rauchwolken stehen über der Stadt, Flammen schlagen aus schmucken Fachwerkhäusern am Herzogenplatz. Zwischen dem 13. und 18. April 1945 brennt ein Großteil des historischen Kerns Uelzens nieder. Die dramatischen Szenen wurden von einem britischen Soldaten mit einer Kamera festgehalten.

Jahrelang schlummerte der Film im Archiv des Imperial War Museums in London, bevor der Historiker Horst Hoffmann ihn dort entdeckte und Horst Wunsch, damaliger Leiter des Kreismedienzentrums, den Schwarz-Weiß-Streifen im Auftrag des Landkreises erwarb. Dort schlummerte er zwei weitere Jahrzehnte, da die unkommentierten und nicht chronologischen Aufnahmen viele Rätsel aufgaben und somit für den didaktischen Einsatz in Schulen nicht geeignet waren. 

Wegen der historischen Bedeutsamkeit des Films und eines allgemein großen Interesses an den damaligen Geschehnissen hat sich Jürgen Kruse, jetziger Leiter des Medienzentrums, zusammen mit KMZ-Kollegen und Mitgliedern der Geschichtswerkstatt inzwischen an die Aufarbeitung des Streifens gemacht. Eine wahre Mammutaufgabe. „Zunächst einmal müssen wir die einzelnen Szenen sequenzieren und in die richtige Reihenfolge bringen. Und dabei versuchen wir, die jeweiligen Schauplätze zu lokalisieren, was nicht immer einfach ist“, erklärt der ambitionierte Projektleiter. Um möglichst viel Licht in das Dunkel der letzten Kriegstage zu bringen und die Frage zu klären, weshalb das von den Engländern bereits besetzte Uelzen noch in Flammen aufging, wurden Zeitzeugen gesucht, die mit ihren Erlebnissen und Erinnerungen zur Aufarbeitung der Geschehnisse beitragen können. 

Einer dieser Zeitzeugen ist Rudolf Oetzmann. Als Kradmelder musste der damals 16jährige im Frühjahr 1945 die schriftlichen Befehle der Kreisleitung zu den Einsatzstellen der Truppen bringen. Heute, mehr als 60 Jahre später, steht er Ulla Busse von der Uelzener Geschichtswerkstatt in einem Interview Rede und Antwort. Michael Haugrund, der Techniker des Medienzentrums, zeichnet das Gespräch auf. „Einer der Gründe, weshalb wir erst jetzt mit dem Film begonnen haben, ist der, dass wir das technische Equipment für eine professionelle Realisierung dieses Vorhabens noch nicht lange besitzen“, erklärt er. Zum Film-Team gehören außerdem zwei Abiturienten des Lessing-Gymnasiums, Imke Rueben und Johannes Bruns. 

Für den 77jährigen sind die Gründe des Vorgehens der Engländer klar: „Im Gegensatz zu Hannover oder Celle hat Uelzen Widerstand geleistet, als die Briten näherrückten. Generalleutnant Martin Unrein gab damals den Befehl, die Stadt vier Tage lang zu halten, damit die Verteidigungslinie nach Norden verschoben und neu aufgebaut werden konnte. Dieses Unterfangen hat zu weiteren hohen Verlusten geführt“, berichtet er. „Dazu kommt, dass die Briten kurz vorher das KZ Bergen-Belsen befreit haben. In ihnen kochte einfach die Wut.“ Oetzmann selbst geriet in Hambrock in englische Gefangenschaft. Da er nicht uniformiert war, quartierte man ihn mit Frauen und Kindern in einer Scheune ein. Nebenan auf einem Apfelhof wurden gleichzeitig etwa 2000 deutsche Soldaten festgehalten. Der Junge beobachtete, wie die Briten mit Mörsern und Grantwerfern nach Uelzen reinschossen. „Ich habe aber nie beobachtet, dass sie mit Flammenwerfern hantiert haben“, kommentiert er bis heute kursierende, aber unbestätigte Gerüchte. 

Sein Freund Claus Baumann, ebenfalls ehemaliger Kradmelder, hat erlebt, dass die meisten Feuerwehrleute damals gefangen genommen wurden, damit sie den Brand nicht löschen konnten. Er selbst sei in einer der Feuersnächte unterwegs gewesen, um von seinem Vater und einigen Nachbarn verlegte Gartenschlauchleitungen an- und abzustellen. „Plötzlich sah ich in den Pistolenlauf eines Engländers“, erinnert sich Baumann. Doch die Begegnung ging glimpflich aus. Dank seiner Sprachkenntnisse konnte er sein Gegenüber in ein Gespräch verwickeln und durfte sich anschließend sogar aus dessen Bonbonkarton bedienen. Als dunkelste Erinnerung ist Baumann der 7. April im Gedächtnis geblieben, als er einen Trupp von bewaffneten Landwehrleuten beobachtete, die Zeltlaken mit abgetrennten Gliedmaßen in schwarz-weißer Sträflingskleidung über ihren Schultern trugen. „Das waren KZ-Häftlinge aus Neuengamme und diesen Anblick konnte ich nie vergessen“, erzählt er. Jürgen Kruse und sein Team sind zufrieden. 

Die Schilderungen der beiden Zeitzeugen passen gut zu den Szenen des Films. Zusammen mit den bereits zuvor gedrehten Interviews, in denen andere Überlebende des Krieges zu Wort kamen, fügen sich die Erzählungen allmählich zu einem runden Bild zusammen. „Vor uns liegt noch viel Arbeit. Aber wir wollen versuchen, bis Ende des Jahres unser fertiges Werk präsentieren zu können“, zeigt sich Haugrund optimistisch. 

Daniela Lövenich ist Pressesprecherin des Landkreises Uelzen


Pressemeldung 4. September 2006:

Jubiläum im Kreismedienzentrum
Techniker Michael Haugrund seit 25 Jahren im Dienst


Von Daniela Lövenich

Die große Freiheit in seiner persönlichen Arbeitsgestaltung, der Abwechslungsreichtum und die für ihn ideale Vermischung von Hobby und Beruf sind die „Spaßfaktoren“, die Michael Haugrund seit nunmehr 23 Jahren Freude an seiner Tätigkeit als Techniker im Kreismedienzentrum bereiten.

Der gelernte Radio- und Fernsehtechnikermeister trat zwar erst 1983 in den Dienst des Landkreises, allerdings wurde eine zweijährige Bundeswehrzeit zum Jubiläum addiert. Als Highlights seiner Arbeit empfindet der 48jährige Familienvater die Ausbildungskurse für Lehrer und Schüler sowie den Service in den Bereichen 16mm-, Foto-, Video-, Film- und Schnitt-Technik. Landrat Dr. Theodor Elster dankte Haugrund im Rahmen einer kleinen Feier für dessen „stets gute und beanstandungsfreie Arbeit“ und würdigte insbesondere das Reparaturgeschick des passionierten Segelfliegers. Sowohl modernes als auch altes Technik-Equipment sei stets funktionsfähig und verfüge dank Haugrund über eine ausgesprochen lange Lebensdauer. 

Daniela Lövenich ist Pressesprecherin des Landkreises Uelzen


2. Oktober 2007:

Abschied in den Ruhestand
Grußworte von Herrn Jürgen Kruse


Nach 6 Jahren als Kreismedienzentrumsleiter und danach als Medienberater möchte ich mich von allen Kunden/Nutzern des Medienzentrums verabschieden.

In dieser Zeit konnte ich viele von Ihnen kennenlernen, interessante Gespräche führen und neue Erfahrungen machen.Dafür danke ich Ihnen herzlich und wünsche Ihnen und dem KMZ für die Zukunft alles Gute. 


2. Oktober 2007:

Pressemitteilung
Kreismedienzentrum: Jürgen Kruse verabschiedet sich


Von Daniela Lövenich

Gestiegene Verleihzahlen, das Anstoßen neuer Projekte und die Einführung neuer Fortbildungsthemen – Jürgen Kurse kann nach nur sechs Jahren als Leiter des Kreismedienzentrums (KMZ) eine erfolgreiche Bilanz vorweisen. Aus gesundheitlichen Gründen hat sich der 56jährige jetzt vorzeitig in den Ruhestand verabschiedet. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde dankten Landrat Dr. Theodor Elster und Schulamtsleiter Jörg Tilly dem langjährigen Lehrer der KGS Bad Bevensen für dessen Einsatz und Engagement.

Der gebürtige Hannoveraner hatte in seiner Heimatstadt zunächst Anglistik und Geografie für das Realschullehramt studiert. Nach seinem Referendariat bekam er seine erste Stelle an der Fritz-Reuter-Schule (heute KGS). Die Arbeit mit seinen Schülern hat Jürgen Kruse stets viel Spaß gemacht. Daher war die Freude groß, als er vor drei Wochen zu einem Jubiläumstreffen seiner ersten Klasse eingeladen wurde, die 1982 ihren Realschulabschluss gemacht hatte. 
Vor sechs Jahren übernahm Jürgen Kruse die Leitung des KMZ mit der Hälfte seiner Stundenzahl. „Ich hatte schon immer ein großes Interesse an Medien und Fotografie“, begründet er seine Motivation. Zu seinen Kernaufgaben gehörte die Versorgung aller öffentlichen Bildungseinrichtungen des Landkreises mit Medien-Equipment und kostenlosem Filmmaterial. Im Rahmen von Fortbildungen schulte er die Lehrer im Umgang mit der Technik - z.B. mit 16mm-Filmen - und vermittelte ihnen Methoden zur Filmanalyse. Auch stieß Jürgen Kruse die Beteiligung des KMZ an den Uelzener Filmtagen und den niedersächsischen Schulfilmwochen an. 
Zudem wurde unter seiner Federführung mit dem aufwändigen Filmprojekt „Die letzten Kriegstage in Uelzen“ auf der Basis eines Schwarz-Weiß-Streifens begonnen, der von britischen Kriegsberichterstattern gefilmt wurde und jahrzehntelang im Archiv des Imperial War Museums in London schlummerte. Nachdem der Landkreis die unkommentierten und nicht chronologischen Aufnahmen erworben hatte, machte sich Jürgen Kruse zusammen mit seinen KMZ-Kollegen und Mitgliedern der Geschichtswerkstatt Uelzen an die Aufarbeitung des Streifens, der viele Rätsel aufgab und für den didaktischen Einsatz in Schulen nicht geeignet war. Das Unterfangen entpuppte sich als wahre Mammutaufgabe, die alle Mitstreiter schon seit mehr als zwei Jahren stark in Anspruch nimmt. Doch jetzt soll das Werk bald vollbracht sein. „Wir rechnen damit, dass wir die Rohversion des Films Ende Oktober vorführen können“, kündigt Kruse an.
So ganz will er seine beruflichen Tätigkeiten, die zugleich eine Art Hobby sind, nicht aufgeben. Ein ehrenamtliches Engagement im sozialen Bereich könnte sich der 56jährige gut vorstellen. Zudem möchte er seine Leidenschaft für Fotografie wieder intensivieren, Ausstellungen besuchen und selbst auch hin und wieder einige Bilder schießen. Zunächst steht aber natürlich erstmal seine Gesundheit im Vordergrund. „Langweilig wird mir bestimmt nicht“, ist Kruse überzeugt.

Daniela Lövenich ist Pressesprecherin des Landkreises Uelzen


05.08.2010:

Pressemitteilung
Neuer medienpädagogischer Berater nimmt Arbeit auf



 
 

Von Martin Theine

„Hocherfreut“ zeigte sich gestern der Schul- und Sozialdezernent des Landkreises Uelzen, Lothar Heinisch, anlässlich des Dienstantritts des neuen medienpädagogischen Beraters des Landkreises. 

Mit Dirk Neumann steht dem Kreis ab sofort wieder ein spezieller Ansprechpartner für diesen Aufgabenbereich zur Verfügung. „Ich hoffe auf gute Zusammenarbeit und wünsche Ihnen vor allem viel Spaß bei ihrer neuen Tätigkeit“, so Heinisch. Als „offizieller“ medienpädagogischer Berater des Landkreises steht Dirk Neumann vor allem Einrichtungen wie Schulen und Kindergärten in allen Fragen rund um das Thema „Neue Medien“ zur Verfügung. 

Das Beratungsangebot richtet sich aber auch an Vereine, Verbände und Institutionen. „Wenn zum Beispiel die Feuerwehr oder ähnliche Gruppen entsprechende Beratung benötigt und mich anspricht, werde ich mich dem sicherlich nicht verschließen“, so der 39-Jährige. 

Als waschechter Uelzener, der seit Jahren in Suhlendorf arbeitet, kennt er die Region wie seine Westentasche. Hauptberuflich ist Neumann seit 1999 als Lehrer an der Erich-Kästner-Schule in Suhlendorf tätig – einer so genannten „Referenz-Schule für Notebook-Klassen“. „Ich bin also im Bereich der neuen Medien zuhause“, so der neue Berater. 

Je nach Erfordernissen bzw. Gegebenheiten berät Dirk Neumann entweder direkt vor Ort (in Schulen, Kindergärten usw.) oder im Kreismedienzentrum des Landkreises Uelzen. „Wo die Beratung oder entsprechende Vorführungen am besten stattfinden, kann man nicht generell sagen. Das hängt vom Einzelfall ab und muss von Fall zu Fall entschieden bzw. im Vorfeld ab-geklärt werden“, blickt der 39-Jährige schon einmal voraus.

Im Einzelnen berät Dirk Neumann

  • bei der konzeptionellen Weiterentwicklung der Medienausstattung
  • bei der Erstellung von Medienentwicklungsplänen
  • bei der Einrichtung und Betreuung von Computernetzwerken
  • bei der Entwicklung und Umsetzung von Qualitätsstandards für die Vermittlung von Medien-kompetenz
  • bei der Ermittlung und Koordinierung den Medienbedarfs.


Darüber hinaus gewährleistet und unterstützt er die medienpädagogische Fortbildung durch Lehrgänge, schulinterne Fortbildungen und Tagungen. Auch fördert Dirk Neumann aktive Me-dienarbeit und Medienproduktionen in Schulen. Außerdem hilft er bei der Kooperation mit regio-nalen und überregionalen Medienanbietern. 

Interessierte Bildungseinrichtungen, Institutionen oder Vereine, die das Angebot nutzen möch-ten, erreichen den neuen medienpädagogischen Berater des Landkreises Uelzen unter der E-Mail-Adresse dirk.neumann(at)eks-suhlendorf.de.



http://nibis.ni.schule.de/~kbuelzen/presse.htm
Zuletzt geändert am: 09. September 2010
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