
Arbeitstreffen in Elk/Polen
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lohnen.
| Bericht über das Comenius-Treffen
in Elk
vom 22. September 2004 bis 25. September 2004 Mittwoch, 22. 9. 2004
Gespannt standen Eltern, Schüler und Lehrer der deutschen Delegation am Bahnhof in Weener auf dem Bahnhof in Leer, stiegen in den wartenden Zug. Was erwartete uns in Elk, wie sind die Quartiere, wie wird die Kommunikation klappen? Nach langer Zug- und Busreise (ca. 1200 km) kamen wir in Elk gegen 13 Uhr an, nachdem wir im Bus die schöne Landschaft der Warminsko-Mazurskie-Region bewundern konnten.
An der Schule, dem Gimnasium Nr. 2 w Elku warteten schon die polnischen Kolleginnen und Kollegen (Jan Ciborowski, Sylwia Piotrowska, Jaroslaw Chmielewski, Marek Skibicki, Andrzej Brzozowski), die gastgebenden Eltern und Schüler gespannt auf uns und empfingen uns überaus freundlich.
Die Gastschüler wurden mit dem Gepäck in den Pkws eingeladen und unsere Schüler fuhren mit einem unsicheren Gefühl im Magen ab. Sie lebten sich übrigens schnell bei ihren Gastgebern ein und fühlten sich dort sehr wohl. Dann wurden wir Lehrer Imke Kohlhosser, Agnes Meiß, Michael Letzmann, Jan Kuiper und Hasso Rosenthal in eine kleine Pension gebracht, in deren gemütlichen Zimmern wir uns schnell einrichteten. Marek holte mich schon nach kurzer Zeit ab und brachte mich zu seiner Familie. Dort begrüßten mich seine Frau und die Söhne (Malgosia, Michal und Maciek Skibiccy) mit Jan Ciborowski als Dolmetscher.
Überwältigt von der überaus herzlichen Gastfreundschaft
durfte ich an dem von polnischen Spezialitäten reich gedeckten Tisch
Platz nehmen und konnte viele schmackhafte Speisen, zubereitet von Ma?gosia
genießen. Damit der Verdauungsapparat immer wieder gut geölt
war, gab es für einen ostfriesischen Teetrinker ziemlich ungewöhnliche
Mengen von Wodka dazu, die mir überaschend gut bekamen. In den Gesprächen
konnte ich viel über die Lebensgewohnheiten und die schulischen Bedingungen
erfahren. Nach einem sehr angenehmen Nachmittag in dieser netten Familie
wurde ich wieder in die Pension gebracht.
Nach einem ersten Spaziergang in der Stadt kann man nur sagen: Elk ist die größte Stadt im Osten Masurens und die Geburtsstadt von Siegfried Lenz. Pubs und kleine Geschäfte laden zum Verweilen und Shopping ein und bieten zu günstigen Preisen gute Waren an. Für die deutsche Literaturgeschichte ist die Stadt bedeutend dadurch, dass Siegfried Lenz, 1926 in Elk geboren, sie zum Ausgangsort seines Romans Heimatgeschichte (1981) machte. Zygmund Rogalla, ein Teppichweber und Leiter eines masurischen Heimatmuseums in Schleswig-Holstein, erzählt dort seine Geschichte. Im Roman nennt er die Stadt Lucknow.
Abends empfingen wir an der Schule gegen 20 Uhr die italienische Delegation mit Daniela Cardinale, Caterina Piconio, Maria Arenare und Mariano Iacovazzi. Sie hatten mit Flugzeug und Bus eine noch längere Reise hinter sich gebracht: 1600 km. Auch sie waren von der langen Reise ein wenig mitgenommen und wurden erst einmal ins Hotel gebracht.
Dann verabredeten wir uns zu einem Begrüßungsfest in einem Pub am See von Elk. Dort wollte die gegenseitige Begrüßung der Freunde kein Ende nehmen, in dem Klima der gegenseitigen Gespräche fühlten wir uns alle sehr wohl. Müde, aber reich gefüllt vom leiblichen und seelischen Wohl sanken wir spät in unsere Betten. Donnerstag, 23. September 2004 Nach einem opulenten Frühstück trafen wir uns in der Schule, um das erste Arbeitstreffen zu diskutieren. Der Projektkalender für das nächste Jahr unter dem Motto „Berufschancen von Jugendlichen in Randregionen Europas“ wurde akzeptiert, ein Fragebogen zur Berufswahlmotivation der Schüler soll erarbeitet werden. Diese Fragen sollen den Schülern in Acquaviva, Elk und Weener gestellt werden, um einen internationalen Vergleich erstellen zu können. Hintergrund ist natürlich wieder die Umsetzung des Projektgedankens: „Lebens- und Arbeitsbedingungen von Jugendlichen in Randregionen Europas“
Sylwia Piotrowska zeigte uns mit einer Präsentation das polnischen Schulsystem. Mit der Schulreform von 1989 wurde auf enzyklopädisches Wissen verzichtet, die Schülerinnen und Schüler sollen Erfahrenes logisch verknüpfen können, die Informationen selbst finden und die erworbenen Kenntnisse im Alltag praktisch anwenden können.
Die Noten sind anders gestaffelt als bei uns:
Nach dem sehr interessanten Vortrag bekamen wir eine Schulführung, erlebten Deutsch in der 3a mit Sylwia Piotrowska, Geschichte in der 2a bei Agnieszka Harasiuk, Geografie in der 2c bei Dorota Tyminska und Mathematik in der 2d bei Mariusz Skindzier.
Nachmittags trafen wir uns zu einem weiteren Arbeitstreffen im Ökozentrum
am Stadtrand. Dort begrüßte uns der Kulturdezernent von Elk
und „wünscht der internationalen Zusammenarbeit alles Gute“. Er hoffte,
dass alle gute Erinnerungen mit nach Hause nehmen. Begrüßt wurden
wir von Tadeusz Zaremba, dem Vizebürgermeister und Stanislaw Zatewski,
dem Schulamtsleiter der Stadt. Andrzej Brzozowski stellte das internationale
Projekt vor, diskutiert wurde die Frage der Evaluation.
Genannt wurden von den Teilnehmern die Leistungen des Comeniusprojekts: - Kontakte und Erfahrungsaustausch der Lehrer
Gewürdigt wird, dass alle Beteiligten mit sehr viel Zeitaufwand Extraaufgaben erfüllen und ungezählte Stunden ihrer Freizeit opfern. Als Projektschritte wurden genannt: 1.) Bereiche und Themen auswählen
Nach dem Arbeitstreffen machten wir einen langen Spaziergang an dem
schönen See zu unseren Quartieren. Abends trafen wir uns im Hotel
der italienischen Delegation, es gab Essen vom Feinsten. Dort stand auch
ein Klavier, auf dem Jan Kuiper und Andrzej Brzozowski zusammen spielten,
wir sangen einige Lieder und fielen nach dem langen Tag müde in die
Betten.
Freitag, 24. September 2004 Zuerst trafen wir uns in der Zespol szkol Nr.
3 „Im. J. H. Malezckich“ (Oberschule) in der Koszykowastraße.
Wir lernten ihre Zweige kennen:
Wir sahen viele Fachräume, lernten den Unterricht kennen, erlebten, wie die Verzahnung von Schule und Berufswelt in Elk organisiert ist. Einerseits gibt es zum Beispiel eine textilorientierte Qualifikation, deren Besonderheit es ist, dass die Produkte auf dm Markt angeboten werden und die Einnahmen der Schule zugute kommen. Dazu werden auch Messen organisiert. Andererseits gibt es einen Gastronomie-Bereich, der der neben der theoretischen Ausbildung mit den allgemein bildenden Teilen auch die Praxis in einem der Schule angeschlossenen Hotel einschließt. Das Hotel liegt übrigens wunderschön am Elk-See. Wir bekamen von den in der Küche arbeitenden Schülern zum Abschluss einen reichhaltigen Tisch mit allen Leckereien geboten, die Nordpolen bieten kann. Mehrere Kolleginnen sprachen hervorragend Deutsch, deshalb konnten alle Fragen beantwortet werden. Anschließend gingen wir in die „Mechanische
Berufsschule“. Während der ersten Schule Schülerinnen
überwogen, gab es in dieser Schule nur Jungen. In einer Einführung
erfuhren wir, dass dort im Technikum Elektriker, Kfz- und Maschinenmechaniker
ausgebildet werden.
Durch den 2. Weltkrieg zerstört wurde sie 1946 wieder aufgebaut. Vor dem Krieg war es eine evangelische Schule der Deutschen. Im Lauf der Jahre hatte die Schule 12 000 Absolventen. In der Kombination aus Technikum und Berufsschule werden Mathematik, Physik, Informatik und andere allgemeinbildende Fächer unterrichtet. Die Schule besteht aus zwei Gebäudeteilen, in einem findet der theoretische und im anderen der praktische Unterricht statt. Von Montag bis Freitag gibt es 4 – 9 Stunden Unterricht pro Tag. Die Fachschule dauert 2 Jahre, das Technikum 4 Jahre. Nach Letzterem kann man Abitur machen oder ein Diplom als Techniker anstreben. Zurzeit hat die Schule 700 Schüler mit 25 Klassen und 46 Lehrern. Eine Zusammenarbeit zwischen Schule und Betrieben gibt es nicht. Nachmittags trafen wir uns wieder in der Schule zu einer Comenius-Arbeitssitzung.
Besprochen wurden die Fragen für den Fragebogen zur Berufswahl.
Abends gab es ein großes Fest in der Pension, von den polnischen Kolleginnen und Kollegen aufs Schönste vorbereitet.
Samstag, 25. September 2004 Um 8 Uhr trafen wir uns am Ökozentrum, um zusammen die Gedenkstätte
des deutschen Widerstands für Graf Stauffenberg in der so genannten
Wolfsschanze zu besuchen.
Mir ging es nicht gut, als ich dort auf den Spuren des verbrecherischen Wirkens von Deutschen der Nazizeit ging. Anschließend ging es zur Wallfahrtskirche Swieta Lipka (Heilige Linde), die seit dem 13. Jahrhundert Wallfahrtsort ist. Bemerkenswert ist das reich geschmückte, riesige Schiff, das von vielen Touristen besucht wird.
Anschließend aßen wir im Hotel-Restaurant Jawov. Bei der Busfahrt konnten wir die herrliche masurische Landschaft bewundern.
Bei der Rückfahrt, kurz vor Elk, besuchten wir die Kriegsgräberstätte
Bartossen, auf der 7000 Kriegstote beerdigt
Erschöpft von der langen Busfahrt und den vielen Eindrücken kamen wir wieder in Elk an. Die Frage: „Gehen wir noch ein Bier trinken?“ wurde von allen begeistert aufgegriffen. Man traf sich in einem Pub, redete, lachte, diskutierte lange miteinander. Es war der Abschiedsabend und wir trennten uns doch ein wenig wehmütig nach diesen schönen Tagen.
Sonntag, 26. September 2004 Nach dem Abschied vor der Schule in aller Frühe ging es für
uns als deutsche Delegation mit einem Kleinbus bei Nebel und halsbrecherischer
Fahrt zurück nach Warschau.
Mit dem Zug reisten wir dann zurück nach Leer, wo wir reich beschenkt voller schöner Erinnerungen abends dem Zug entstiegen. Besonders in Erinnerung bleibt natürlich, dass Rheiderländer Texte 1200 km entfernt ins Polnische übersetzt Informationen aus Ostfriesland vermitteln und dort ausgestellt sind. Sie waren wie viele andere Texte in der Projektwoche in Weener entstanden. Hier zwei Beispiele:
Alle Ergebnisse des Projekts aus dem 1. Comeniusjahr ("Wir stellen den Freunden in Italien und Polen unsere Region vor, findet sich unter folgender URL: Text, Fotos und Homepagegestaltung: Hasso Rosenthal |