Comeniusprojekt "Lebens- und Arbeitsbedingungen
von Jugendlichen in Randregionen Europas" der Schulen:
Gimnasium Nr. 2 w Ełku (Polen)
Istituto Tecnico Commerciale Statale "C. Colamonico" Acquaviva (Italien)
Hauptschule Weener (Deutschland)


3. Projektjahr des Comeniusprojekts

Comeniustreffen in Ełk vom 30. 4. – 4. 5. 2006

 

Sonntag, 30. April 2006
In der Sonntagnacht trafen wir uns alle auf dem Bahnhof in Leer, um noch ein wenig müde um 5.43 Uhr abzufahren. Zur deutschen Delegation aus Weener gehörten die Schüler Mareike Wilken, Sina Warnders, René Gornowicz, Carmen Rose, Steffen Winsenborg und die Lehrer Johanna Schmid, Michael Letzmann, Hasso Rosenthal und als Zeitzeuge Erich Katies. In Oldenburg und Bremen stiegen wir um, bis wir in Hamburg in den Bus zum Flughafen mit Sack und Pack fahren konnten. Um 11.30 Uhr startete der Flieger von German Wings, mit dem wir um 13 Uhr in Warschau ankamen. 13.30 Uhr starteten wir mit dem Bus Richtung Ełk. Während der Busfahrt packte Johanna Schmid die Utensilien aus, die wir brauchten, um Papierblumen für den Maibaum während der Fahrt zu basteln. Um 17.30 Uhr kamen wir an, hielten in der Nähe der Schule und wurden herzlich von gastgebenden Familien Sulewska, Litwin, Kaminski, Kulbacki, Piatkowski und den Kollegen Sylwia Piotrowska und Jan Ciborowski begrüßt. Unsere Schüler stiegen in die Autos, wir fuhren weiter zur Pension „Pensjonacik Grazyna“. Sylwia Piotrowska und Jan Ciborowski hatten dorthin auch einen Kranz und einen Stab für unsere Maibaumaktion gebracht. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, ging ich erst einmal zum Euroscheck-Automaten, um Złoti zu ziehen. Dann ging ich in einen kleinen Laden, um mit einem Einkauf ein wenig Kleingeld zu bekommen, setzte mich an den schönen Ełk-See und rauchte erst einmal eine Pfeife.
Anschließend tranken Johanna Schmid und ich in der Pension einen Tee, bevor wir mit den Materialien für den Maibaum zum See zu marschieren. Allerdings wurden Erich Katies und ich als Fußlahme mit dem Auto dorthin gebracht. Um 19.30 Uhr trafen wir am See unsere Schüler mit ihren Gastgebern wieder, Jan Ciborowski grub ein großes Loch, während die Schülerinnen und Schüler den Baum schmückten. Eine lustige Aktion, die nach der Aufstellung des Maibaums mit dem Lied „Der Mai ist gekommen“ abgeschlossen wurde. Mit Sylwia Piotrowska, Jan Ciborowski und Andrzej Brzozowski trafen wir uns dann in einer Kneipe und feierten unser Kommen. Um 24 Uhr kamen wir wieder in unserer Pension an, denn dort konnten wir die Kollegen der italienischen Delegation begrüßen. Die hatten ihre 12 Schülerinnen und Schüler schon in die Fürsorge der polnischen Gastfamilien gegeben. Mit Mariano Iacovazzi, Marcello Valeriano Valerianound Milesa trafen wir uns an der Bar in der Pension, redeten und lachten bei einem starken Kaffee miteinander. Um halb zwei ging es dann ins Bett.
Vor der Pension

Montag, 1. Mai 2006
Johanna Schmid klopfte gegen die Tür, ich hatte sie gebeten, mich zu wecken, da der Funkwecker gestern noch keine Kennung gefunden hatte. Beim Frühstück gingen die Gespräche mit Milena Caccavale, Marcello Valeriano und Mariano Iacovazzi unter anderem über italienische Fußballer, das Schulsystem, friesische Bräuche, Wortbedeutungen oder „Hotel Mama“.

1. Präsentation der Ergebnisse aus dem 3. Projektjahr
Anschließend ging es zur Schule, um dort die erste Besprechung des Comenius-Projekts gemeinsam mit polnischen, italienischen und deutschen Kolleginnen und Kollegen durchzuführen. Alle würdigten die gute Kooperation in den drei Jahren. Ziel des ersten Abschnitts war die Präsentation der länderspezifischen Ergebnisse im 3. Projektjahr. Thema war „Umwelt und Arbeitsplätze“.

1. 1. Ergebnisse aus Elk
Sylwia Piotrowska begann mit der Power-Point-Präsentation der Gruppenergebnisse der Schülerinnen und Schüler aus Elk.


- Fragebogenaktion der Schule in Elk "Umweltschutz in unserer Region" (poln./dt.)
- Der Umweltschutz in unserer Schule (poln./dt.)
- Der Umweltschutz in der Stadt (poln./dt.)


Als wichtigste Umweltthemen nannten die Schüler in einer Umfrage Mülltrennung und Papierrecycling. Umweltaktionen wurden vorgestellt, wie Müllsammeln in der Stadt und das Pflanzen von Bäumen und Blumen. Aktionen für Umweltschutz durch die Stadt werden im Stadtprospekt mit einer „Weißen Lilie“ dargestellt. Die 3. Klasse, die deutsch lernt, hat ihre Projektergebnisse in Gruppen erarbeitet, erst natürlich auf polnisch die Ergebnisse und die Bilder dokumentiert und dann ins Deutsche übersetzt.

1. 2. Ergebnisse aus Acquaviva
Anschließend stellte Mariano Iacovazzi die Ergebnisse der italienischen Gruppen anhand einer Beamer-Präsentation dar. Umfassend schilderte er die Umfrageergebnisse der Befragung zu Umweltthemen an der Schule in Acquaviva. Anschließend präsentierte er die unterschiedlichen Homepages, die teilweise auf Deutsch bzw. in Englisch geschrieben waren. Auch hier besteht ja die Schwierigkeit, im Gegensatz zu den deutschen Gruppen, dass die Texte aus der Heimatsprache ins Deutsche bzw. Englische übersetzt werden müssen. Wie die polnischen Gruppen haben auch die italienischen Schülergruppen sehr interessante und gut dokumentierte Projekte veröffentlicht. Themen, die auch im Internet präsent sind:


- Fragebogenaktion der Schule in Acquaviva "ITC Colamonico" "Umweltschutz in unserer
   Region" (ital./dt.)
- Interview über die Abfallbeseitigung in Acquaviva (ital./engl.)
- Interview mit einem Förster in Acquaviva über die Forstarbeit (Ital./dt.)
- Der Nationalpark "Alta Murgia" in Apulien (Ital./engl.)
- Ökomafia: Ein Problem der Abfallbeseitigung (engl.)


1. 3. Ergebnisse aus Weener
Anschließend wurden die Ergebnisse der deutschen Projektgruppen zu den folgenden Themen aus dem Internet mit dem Beamer von Hasso Rosenthal kurz vorgestellt:


- Solartechnik in einem Privathaushalt
- Abfallwirtschaft im Landkreis Leer
- Amt für Naturschutz im Landkreis Leer
- Natur- und Umweltschutz in Weener
- Windkraftanlagen
- Windenergie aus Ostfriesland
- Abfall in der Natur
- Papierrecycling
- Abwasserreinigung
- Müll in der Schule
- Dünger in der Landwirtschaft
- Pflanzenschutz und Landwirtschaft
- Wasseraufbereitung im Rheiderland
- Wallhecken im Rheiderland
- Abfallbeseitigung im Landkreis Leer
- Fragebogenaktion "Umweltschutz in unserer Region"

Die einzelnen Ergebnisse sind im Internet abrufbar:

xÜbersicht über die Ergebnisse der Schulen

2. Rückblicke auf drei Jahre Comeniusprojekt
Im zweiten Teil der Konferenz kamen die Schülerinnen und Schüler dazu. Hier stellten erst einmal die polnischen Schüler einen sehr gelungenen Rückblick auf die vergangenen drei Jahre vor. Eine hervorragende PowerPoint-Präsentation mit dem Rückblick über die vergangenen drei Jahre wurde von Sylwia Piotrowska präsentiert, es war eine anrührende Dokumentation der vielfältigen gemeinsamen Erfahrungen der vergangenen drei Jahre in Bildern und Texten. Natalia Kopycinska übersetzte simultan ins Polnische, Mariano Iacovazzi ins Italienische.

Abschließend berichteten die Teilnehmer im Gespräch über die positiven Lerneffekte der internationalen Zusammenarbeit. Als sehr wichtig wurde der Kulturaustausch erlebt, aber bei der Arbeit an den verschiedenen Projekten der drei Jahre:

 è“Wir stellen unsere Region vor“,
 è“Lebens- und Arbeitsbedingungen von Jugendlichen in Randregionen
     Europas“ und
 è“Umwelt und Arbeitsplätze“


lernte man auch sehr viel über die eigene und die Partnerregion kennen. Zusätzliche Kontakte entstanden auch durch das deutsch-polnische Jugendwerk. Die Schülerinnen und Schüler fanden den direkten Austausch am attraktivsten. Einerseits wurde von den Kolleginnen und Kollegen der intensive Kontakt als sehr fruchtbringend erlebt, andererseits belastete der sehr hohe Zeitaufwand den normalen Unterricht und das Privatleben. Als wichtiger Lerneffekt wurde für die weitere Arbeit genannt, dass man sich nicht zu hohe Ziele setzen solle, sondern in kleinen, praktikablen Schritten voranschreiten müsse. Michael Letzmann bedankte sich bei allen beteiligten Schulen. Das Comeniusprojekt habe einen wichtigen Beitrag für die Völkerverständigung geleistet. Die Schülerinnen und Schüler haben gelernt, sich europaweit besser zu verstehen. Mehr könne man von einem solchen Projekt nicht versprechen. Er hofft, dass die Zusammenarbeit außerhalb des Comeniusprojekts fortgesetzt wird. Mariano Iacovazzi beschrieb das Comeniusprojekt als „drei Jahre Abenteuer“. Er hätte 2002 nie gedacht, dass in den drei Jahren so viel gemacht werden würde. Für ihn war das beste Resultat die Begeisterung in den Augen der Schüler zu sehen. Auch war es ihm wichtig, bei dem Projekt Freunde gefunden zu haben. Bedeutsam waren ihm auch die Erfahrungen, die die Lehrer untereinander gemacht haben. Andrzej Brzozowski würdigte die geleistete Arbeit und betonte den bleibenden Wert eines solchen Vorhabens.

Nach einer Mittagspause trafen wir uns wieder bei „Smacek“, um dort zu einer Busfahrt, geleitet von Sylwia Piotrowska, an die umliegenden Seen aufzubrechen. Wir spazierten am „Jezioro Ełckie“, am Jezioro Źabie Oczko“, am „Jezioro Szarek“ besuchten einen Soldatenfriedhof auf der Bunelka-Höhe aus dem 1. Weltkrieg und genossen danach die Frühlingssonne am Freizeitpark „Osrodek Sportni – Recreasji w Bartoszack“. Abschließend gedachten wir der Toten auf dem deutschen Soldatenfriedhof Bartossen. Betroffen erblickten wir die langen Reihen der Kreuze, unterhielten uns mit Schülern über die Bedeutung solcher Gedenkstätten: „Wir brauchen die Erinnerung, um daran mitzuwirken, dass so etwas nie wieder passiert.“

Nach der Rückkehr machten wir, die italienischen und deutschen Lehrer, es uns in der Bar der Pension bei Tee, Kaffee und Gebäck gemütlich und genossen die kleine Pause. Um 20 Uhr trafen wir uns mit den polnischen Kollegen in einem Lokal Hortex in der Straße „Armii Krajowej“, aßen, tranken, lachten, sangen und sprachen über unsere unterschiedlichen Bräuche. Viele Gesten wurden landestypisch auf ihre Bedeutung hin hinterfragt. Spät kamen wir wieder in der Pension an, die italienschen Kollegen versuchten sich noch mit einem Karaoke-Spiel.


 

Dienstag, 2. Mai 2006

Früh wachte ich auf, schnappte meine Kamera und machte einen Morgenspaziergang am See. Jogger liefen auf der Promenade, Wasservögel näherten sich in dem Glauben, ich hätte etwas zum Füttern dabei. Der See, an dem Ełk liegt, ist ca. 10 km lang und muss, da er im Winter mit einer dicken Eisschicht bedeckt ist, ein wahres Schlittschuhlaufparadies sein. Beim Frühstück trafen die Kolleginnen und Kollegen nach und nach ein, gratulierten mir zum Geburtstag. Anschließend gingen wir zum Öko-Zentrum der Gemeinde Elk. Jeder hatte seinen Baumsetzling in der Hand, denn wir hatten im letzten Jahr verabredet, dass wir aus Italien, Polen und Deutschland Bäume mitbringen wollten, um in Erinnerung an die drei schönen Comeniusjahre beim Abschlusstreffen ein symbolisches „Europa-Wäldchen“ zu pflanzen. Dort angekommen setzten sich Schüler und Lehrer in den Tagungsraum. Vorn saßen die offiziellen Vertreter der Gemeinde und der Schulbehörde:


 



In Reden würdigten die Schulleiter Andrzej Brzozowski und Michael Letzmann, die Kontaktlehrer Mariano Iacovazzi und Sylwia Piotrowska die vergangene Zusammenarbeit, wurden durch Vertreter der Stadt und der Schulbehörde die Bedeutung der internationalen Kooperation gewürdigt und die Leistungen der beteiligten Schulen gelobt. Gleichzeitig bereiteten Mitarbeiter des Öko-Instituts die Pflanzlöcher vor. Anschließend traten alle vor das Haus und in einer gemeinsamen Aktion wurden die Bäume aus Acquaviva (Italien), Elk (Polen) und Weener (Deutschland) gepflanzt und begossen. Eine Marmortafel erinnert an diese schöne symbolische Aktion.


Mittags gingen die italienischen und deutschen Kollegen zum Einkauf in die Stadt, die Post wurde besucht und mit Interesse die große Kirche „Najświetszego Sęrca Pana Jezusa“ im Zentrum der Stadt besichtigt.

 

Nachmittags trafen sich Marcello Valeriano, Mariano Iacovazzi und Hasso bei Marek Skibizki, eingeladen von der hervorragenden Köchin Małgosia, der Gattin von Marek. Mit einem opulenten Mal konnten wir die Reichhaltigkeit und Schmackhaftigkeit der polnischen Küche der Region kennen lernen.


Abends trafen wir uns mit vielen Lehrern der polnischen Schule zu einer Feier. Es wurde Gegrilltes gegessen, getanzt, miteinander geredet, gesungen und viel gelacht. Zum Schluss saßen alle angeregt um das Lagerfeuer, bis wir nach einem herzlichen Abschied voller Erinnerungen an den reichen Tag in die Betten sinken konnten.

Mittwoch, 3. Mai 2006

Nach dem Frühstück ging es mit dem Bus mit allen beteiligten Schülern und Lehrern nach Augustow am Kanal Bystry. Wir stiegen in das Schiff Serwy und starteten zu einer spannenden See- und Kanalfahrt. Das Schiff hat eine Länge von 30,7 m und eine Breite von 5,6 m. Dabei erlebten wir die wunderschöne Landschaft mit ihren Wäldern und den anliegenden Ortschaften. Es ging durch die Seen Necko und Biale. Eine Tafel im Schiff machte uns deutlich, dass diese Strecke auch der Papst vor einigen Jahren gefahren ist. Nach einer Schleusenfahrt stiegen wir aus und besichtigten die Marienkirche „Sanktuarium Studzieniczno“. Direkt daneben liegt der heilige Brunnen, der ihrem Nutzer Gesundheit verspricht. Auf dem Weg zum Bus besuchten wir eine Holzkirche, wie sie früher oft in dieser Region gebaut wurden. Sie ähnelt den norwegischen Kirchen, wie sie auch im Harz in Hahnenklee besichtigt werden kann.
 
 


.Nach der Rückkehr machten wir gemeinsam einen Spaziergang am See. Bei der Gelegenheit gab es ein Gespräch über die Zeit vor 1945 in Elk. Elk war auch früher ein wichtiges Einkaufzentrum der Region. Wichtige Arbeitgeber waren Sperrholzfabriken, die Kaserne, das Krankenhaus, die Geschäfte und viele Handwerksbetriebe. Das damals Lyck genannte Elk war Sitz des Land- und Amtsgerichts, es gab hier das Landratsamt und den Sitz des Kreises Lyck. Der Fischreichtum sorgte natürlich auch dafür, dass etliche Fischer mit dem See ihr Brot verdienten. Im Winter, wenn das Eis dick gefroren war, holte man große Blöcke aus dem See, die für die Kühlung in den Gaststätten wichtig war. Eine Besonderheit war das Eisangeln. Man sägte ein Loch in die Eisdecke, setzte sich an den Rand und angelte. An der Kasernenstraße gab es eine Volksschule für Jungen, das heutige Lyzeum war die Volksschule für Mädchen. Damals gingen nur 4 von 100 Schülern zum Gymnasium. Eine Mittelschule gab es nicht. Das Gymnasium hatte den Namen Ernst Moritz Arndt-Schule. Ebenfalls existierte eine Berufsschule. Gemeinsam tranken wir wieder in der Pension Kaffee oder Tee bei Gebäck und Schokolade aus allen drei Ländern.
Für eine Ruhepause teilten die italienischen Teilnehmer mit uns ihre Zimmer, denn unsere Zimmer waren schon leergeräumt. Mit Mariano Iacovazzi hatte ich bei der Gelegenheit ein sehr schönes Gespräch über politische Ziele, italiensche Politik unter Prodi und unsere bald zehn Jahre währende Kooperation.

19.30 Uhr gingen wir mit Sylwia Piotrowska, Jan Ciborowski und Izabela Olechnowicz in den Pub „Bryza“ am See, um etwas zu essen. Dort trafen wir in fröhlicher Runde die italienischen Schüler an einem Tisch. Wir internationales Grüppchen aus italienischen, polnischen und deutschen Kolleginnen und Kollegen speisten lecker, hatten viele fröhliche Gespräche am Tisch. Anschließend ging es ins Cafe Boheme, wo mit dem Klavier, Gitarre und Mundharmonika gemeinsam Musik gemacht wurde.

3. Wie kann es weiter gehen?

Besprochen wurde auch zwischen Andrzej Brzozowski, Sylwia Piotrowska, Mariano Iacovazzi und mir, wie die weitere Arbeit aussehen könnte. Auf jeden Fall soll erst einmal ein Jahr Pause gemacht werden. Die Email-, Brief- und Homepagekontakte zwischen den Schulen sollen aber gleichzeitig fortgesetzt werde können. Die Ergebnisse der drei Jahre Comenius sollen bei nationalen Wettbewerben eingereicht werden. Nach dem Jahr möchten die polnische und die italienische Schulen nach weiteren möglichen Kontaktpartnern (z.B. in Ungarn, Finnland oder Litauen) suchen, für ein mögliches neues Comeniusprojekt würde die Schule in Weener gefragt werden.

Die Kontakte über die deutsch-polnische Freundschaftsgesellschaft zwischen Weener und Elk werden weiter gepflegt. Bei der EU ist angefragt worden, ob es ähnliche finanzielle Hilfen für Besuche zwischen Weener und Acquaviva auf bilateraler Ebene gibt.

 

Donnerstag, 4. Mai 2006

Nach einem wieder einmal sehr reich an Erfahrungen beschenkten Abend mit den Freunden aus Italien und Polen fuhren wir zurück zu unserer Pension, tranken zum Abschied noch einen Kaffee gemeinsam, schnappten unser Gepäck, stiegen nach einem herzlichen Abschied in den Bus, luden bei „Smaczek“ unsere Schüler ein, die sich tränenreich von ihren gastgebenden Familien verabschiedeten. Um 3.30 Uhr kamen wir in Warschau an, lernten den `neuen´ und den `alten´ Flughafen bei Nacht kennen und starteten pünktlich um 6 Uhr in der Frühe in Warschau. Viel habe ich von dem Flug nicht mitbekommen, denn ich habe geschlafen. In Dortmund ging es mit dem Bus zum Hauptbahnhof, dort fuhren wir 9.35 Uhr ab. 10.25 Uhr kamen wir in Münster an, stiegen um in den Zug nach Leer. Auf den Bahnhöfen nervte uns alle, die wir nach mehr als 24 Stunden auf den Beinen sehr müde waren, dass die vorgegebenen Bahnsteigangaben kurzfristig geändert wurden. Trotzdem verlief die Fahrt für uns gut, die Stimmung zwischen Schülern und Lehrern war freundlich und angenehm. In Leer kamen wir um 12.54 Uhr an, erleichtert nahmen die Eltern ihre Kinder nach der langen Reise in die Arme. In Straßenkilometern liegen Weener und Elk ca. 1250 km auseinander, mit dem Flugzeug und der Bahn waren es insgesamt ca. 1400 km.

 

 

4. Abschlussbemerkung:


Die polnischen, italienischen und deutschen Kolleginnen und Kollegen haben in diesen Jahren des Comeniusprojekts sehr gut zusammengearbeitet. Wir haben uns immer näher kennen gelernt, der interkulturelle Austausch hat wirklich gut funktioniert. Wir haben voneinander gelernt, die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Anderen kennen- und schätzen gelernt und grenzüberschreitend wichtige Erfahrungen gemacht. Auch die unterrichtliche Arbeit wurde von den einzelnen Projekten befruchtet: In Projektwochen haben wir in den Schulen viele Kolleginnen und Kollegen gefunden, die mit hohem Engagement bereit waren, zu den einzelnen Themen Materialien und Informationen für die Arbeit mit den Schülern aufzuarbeiten und in den einzelnen Projektgruppen aufzuarbeiten. Hier gilt natürlich der Dank
allen Lehrerinnen und Lehrern. Die Schülerinnen und Schüler haben in wechselnden Gruppen auf vielfältige Art und Weise die Lebenswelt der Anderen, aber auch die eigene näher erforscht. Ob mit der Briefpost, ob mit Email-Austausch, ob mit der Gestaltung von Homepages, ob mit den gegenseitigen Besuchen in den Partnerschulen und ihren sehr netten und ungemein gastfreundlichen Gastfamilien, ob mit den unzähligen Erlebnissen mit den Schülern aus anderen Ländern, immer hat die Arbeit am Comeniusprojekt unauslöschliche positive Erlebnisse ermöglicht. Es gilt, allen Beteiligten zu danken. Sie haben alle für die Idee der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit oft weit über das normale Maß hinaus sich eingebracht und mit ihren Ideen das Gemeinschaftsvorhaben immer wieder vorangebracht.
Besonderer Dank gilt den Koordinatoren der Zusammenarbeit, Mariano Iacovazzi, Sylwia Piotrowska und Michael Letzmann, die mehr als zu Beginn des Projekts denkbar auf vielfältige Art und Weise auch bei überraschend auftretenden Schwierigkeiten z.B. der Organisation von Flügen, dem umfangreichen Schreiben der Dokumentationen für die EU und den kooperativen Absprachen immer wieder Lösungen gefunden haben, die das Vorankommen möglich gemacht haben.

Weener, 16. Mai 2006, Hasso Rosenthal
 

Impressionen

 
 
 

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