Kaiser Augustus
Augustus war der erste römische Kaiser (27 v. Chr.-14 n. Chr.). Er stellte nach einem langem Bürgerkrieg den Frieden im Römischen Reich wieder (Pax Augusta). Trotz der blutigen Ausschaltung seiner Gegner ist seine Herrschaft (Augusteisches Zeitalter) als Epoche des Friedens, des Wohlstandes und der kulturellen Blüte bekannt. Augustus war ferner der Begründer des römischen Kaisertums (Prinzipat). Die Machtstellung des Princeps beruhte rechtlich auf einer Reihe ihm verliehener Sondergewalten, faktisch auf dem Oberbefehl über das Heer, einer großen Gefolgschaft und einem großen Privatvermögen, in der öffentlichen Meinung auf dem Ansehen, das er sich als Sohn des zum Gott erhobenen Caesar und als oberster Priester und durch seine Taten erworben hatte. Die republikanischen Tendenzen drängte Augustus zugunsten der monarchischen immer mehr in den Hintergrund, ohne dass sie jedoch ganz verschwanden.
Kindheit und Jugend des Gaius Octavius
Augustus wurde am 23. September 63 v. Chr. als Gaius Octavius in Rom geboren. Sein Vater war der römische Prätor Gaius Octavius, seine Mutter Atia, eine Nichte Caesars. Gaius Octavius war also ein Großneffe von Julius Caesar, der ihn in seinem Testament adoptierte und zum Haupterben machte. Caesar förderte Gaius Octavius schon früh. Mit 16 erhob er ihn in das Priesterkollegium der Pontifices, das im römischen Staatskult eine zentrale Rolle spielte. In seinem für das Jahr 44 v. Chr. geplanten Feldzug gegen die Parther bestimmte Caesar ihn zum magister equitum (Reiterführer). Vor dem Partherfeldzug entsandte er ihn zu Studienzwecken nach Appolinia in Südillyrien.
Augustus als Alleinherrscher: Der Prinzipat
Octavian war nun Alleinherrscher. Er musste den Staate neu ordnen und unter größtmöglicher Schonung der alten Formen seine eigene Machstellung legalisieren. Im Dezember 28 v. Chr. erklärte er alle vom Triumvirat getroffenen Entscheidungen und Anordnungen für ungültig. Am 13. Januar 27 v. Chr. gab er seine Sonderbefugnisse an den Senat und das Volk von Rom zurück. Er stellte so formal die republikanische Staatsform wieder her. Auf Bitten des Senats übernahm er jedoch zunächst für zehn Jahre (die Frist wurde schließlich bis zu seinem Tod verlängert) die Grenzprovinzen Ägypten, Syrien, Gallien und Spanien und die dort stationierten Truppen, also den größten Teil der römischen Truppen, um diese Provinzen zu befrieden und die Grenzen des Römischen Reiches zu sichern. Am 16. Januar 27 v. Chr. verlieh ihm der Senat viele Ehren, u. a. den Ehrennamen Augustus ("der Erhabene"). Augustus erhielt den Bürgerkranz, Tugendschild und zwei Lorbeerbäume (als Torschmuck), die alle bald zu Symbolen der neuen Monarchie wurde.
Diese Unterseite wurde erstellt von Tim Hüsers und Albert Rudi.