Der Soldat

Innerhalb des Heeres gab es unterschiedliche Truppengattungen mit unterschiedlicher Stellung zum römischen Staat. Legionäre, die in den Legionen Dienst taten, mussten römische Bürger sein. Dienst von "Nichtbürgern" war nicht denkbar. Solche Söldner, ohne römisches Bürgerrecht, waren in Auxiliareinheiten zusammengefasst, welche meist von römischen Offizieren befehligt wurden. In der folgenden Zeit wurde darauf geachtet, diese Einheiten international zu mischen, um Aufständen in den Einheiten vorzubeugen.

Dies war die Ausrüstung eines römischen Soldaten

 

Der Sold für Legionäre und Auxiliarii

In der augusteischen Zeit betrug der jährliche Sold eines einfachen Legionärs 225 Denare à 3 Stipendien zu je 75 Denaren im Jahreszyklus. Auch wenn es in späterer Zeit zu Erhöhungen der Stipendien kam, sogar zu einem vierten Stipendium gleicher Höhe, so war dieses keine tatsächliche Erhöhung des Einkommens des einzelnen Legionärs. Vielmehr gingen diese Erhöhungen in den Nebenkosten auf, welche von vornherein einbehalten wurden. Ein vergleichbarer Auxiliarius empfing einen Jahressold von 75 Denaren, also nur ein Drittel des Legionärgehaltes. Unter Augustus ergibt sich in der Legion folgende Staffelung:

miles legionis 225 Denare; 1 Stipendium à 75 D.

centurio legionis 3750 Denare; 1 Stipendium à 1250 D.

primi ordines 7500 Denare; 1 Stipendium à 2500 D.

praetorianus 750 Denare; 1 Stipendium à 250 D.

urbanicianus 375 Denare; 1 Stipendium à 125 D.

Ein Stipendium von 75 Denaren ist gleich 300 Sesterzen, ist gleich 1200 Asse

 

Die Gliederung einer Legion

Zur übergeordneten Begriffserklärung seien an dieser Stelle zuerst die Begriffe "Heer" und "Armee" erklärt. "Heer" bezeichnet die Gesamtheit aller Truppen zu Lande. Einheiten zur See können hier mit eingegliedert sein, soweit sie dem Heer unterstellt sind. Als "Armee" wird die Gesamtheit von Truppenteilen bezeichnet, die für eine besondere Aufgabe zusammengefügt werden. Auf eine einfache Aufzählung der Legionen mit ihren Standorten wird hier verzichtet, da eine Auflistung der z.B. 28 Legionen im Jahr 68 n.Chr. eher für Verwirrung als für Klärung sorgt. Festzuhalten ist jedoch, das die Legionen an Unruheherden stationiert waren. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte werden sie eher auseinandergezogen, so dass nie mehr als drei Legionen in einer Provinz stehen. Dieses wäre mit dem Versuch zu erklären, mögliche Putsche militärisch zu stark gewordener Statthalter zu vermeiden.

Die genaue Mannstärke einer Legion anzugeben, erweist sich als schwierig, da die unterschiedlichsten Angaben vorliegen. Die bekannten Angaben bewegen sich zwischen 6400 und 4800 Mann.

Für eine "Ideallegion" von insgesamt 6400 Mann ergibt sich folgende Gliederung:

6 Centurien zu 100 Mann (pedites) bilden 3 Manipel zu 200 Mann.

3 Manipel zu 200 Mann bilden 1 Kohorte zu 600 Mann.

10 Kohorten zu 600 Mann bilden 1 Legion zu 6000 Mann.

Zusätzlich gehören zur Legion weitere 400 Mann mit Sonderfunktionen, die der 1. Kohorte angegliedert sind. So ergibt sich die Legionsgesamtstärke von 6400 Mann.

Gegebenenfalls erhöht sich diese Gesamtzahl weiter durch Vexillum veteranorum auf über 7100 Mann Gesamtstärke.

Die Legionsreiterei (equites) von 120 Mann rekrutiert sich zu gleichen Teilen aus den Kohorten. Dasselbe gilt für eine unbestimmte Anzahl Geschützbedienungen.

Das Verhältnis "Kämpfer" zu "Versorger" liegt bei 4:1.

Nicht zur Legion gerechnet, aber zugeordnet, werden die Auxiliartruppen.

Alae waren gesonderte Reitereieinheiten mit je 1000 equites.

Interessant ist noch die Gesamtzahl der Legionssoldaten im Imperium, bei 28 Legionen im Jahr 68 n.Chr.. Diese Zahl liegt zwischen 179.200 Mann (bei 6400 Mann pro Legion) und 168.000 Mann (bei 6000 Mann pro Legion). Diese Zahlen können sich durch Auxiliareinheiten noch verdoppeln.

Andere Befestigungen: Die Besatzungen der Limeswachttürme

Neben den eigentlichen, artverwandten Kohorten-, Reiterei- und Legionslagern, ist noch der Aspekt von in der Anfangszeit hölzernen Wachttürmen am Limes mit in die Betrachtung einzubeziehen. Diese Wachttürme waren mit kleineren militärischen Gruppen besetzt, die dort eine, leider nicht genau fassbare, Zeitspanne stationiert waren. Ein Zeitraum von einer bis vier Wochen kann hier jedoch angedacht werden. Da ein mittelgroßer Wachtturm, mit einer Seitenlänge von 5m, bei einer Wandungsstärke von 0,6m (Steinausbau) nur eine ca. 14m² große Wohnfläche aufweist und vier Nachtschichten, bei Zweien am Tage, belegt sind, muss die Mannschaft mit ca. 4 Soldaten angesetzt werden. Selbstverständlich ist eine Dienstranggliederung zu erwarten, da sich bei gleichem Rang der gesamten Turmbelegschaft, Kompetenz- und Disziplinschwierigkeiten eingestellt hätten. Als Bewaffnung sind neben leichten Wurfspeeren, die meiner Meinung nach durch die räumliche Enge eines gedeckten Wachraumes etwas problematisch erscheinen, abgerundete, handliche Wurfsteine belegt. Auch wurden die typischen Schwerter und Dolche in diesem Kontext gefunden, die jeder Soldat sowieso bei sich führte. Diese Waffen sind jedoch nicht für die eigentliche Verteidigung der Türme zu denken, sondern vielmehr als Marschbewaffnung auf den Wegen von und zu den Postentürmen.

(Quelle:www.homes.uni-bielefeld.de)

 

Die Verteidigungswälle

 

Hier sieht man den Limes. Er wurde damals gebaut um das Römische Reich zu beschützen. Um einen Angriff schnell zu melden und an die anderen Stationen weiterzuleiten, wurden von einem Wachturm zum anderen (sie standen in einem speziellen Abstand, sodass man noch gut von einem Turm zum anderen sehen konnte) Feuerzeichen gemacht.

Außerdem wurden die Soldaten in verschiedene Gruppen aufgeteilt. Hier eine Tabelle:

1 Legion = 10 Kohorten = 4200 - 6000 Mann
1 Kohorte = 3 Manipel = 420 - 600 Mann
1 Manipel = 2 Zenturien = 140 - 200 Mann
1 Zenturie   = 70 - 100 Mann

Namensgebung und Nummerierung

Viele Legionen Roms entstanden aus den einander bekämpfenden Heeren der Republik während des zwanzigjährigen Bürgerkriegs zwischen 50 und 30 v.Chr. Darauf ist es auch zurückzuführen, dass manche Legionsnummern doppelt vorkamen, es gab sogar drei Dritte Legionen. Als später dann die Kaiser neue Legionen aufstellten, hielten sie vielfach an der mehrfachen Vergabe von Nummern fest. Um die gleich nummerierten Legionen voneinander zu unterscheiden gab man ihnen einen oder mehrere Beinamen (Cognomen). Die Cognomina zerfallen in verschiedene Gruppen. Der Beiname kann geographischer Natur sein und das Herkunftsgebiet einer Legion (Italica) anzeigen oder auf ein Land verweisen, in der die Legion stationiert war oder in der sie sich mit besonderem Ruhm bedeckt hatte (Germanica, Hispana, Macedonia, ...). Weiters kann das Cognomen ehrenden Charakter haben und die militärischen Tugenden des Verbandes betonen (Ferrato - die Eiserne, Victrix - die Siegreiche, Fulminata - die mit Blitzen Versehene, Rapax - die Reißende). Dazu kamen häufig Beinamen, die eine Legion für ihre Loyalität auszeichneten (Pia Fidelis - die Pflichteifrige und Treue). Der Beinamen Gemina (Zwillinge) bezeichnet einen aus zwei Legionen zusammengelegten Verband. Kaisernamen (Augusta, Claudia, Flavia) beziehen sich auf Herrscher oder sein Haus, unter dem eine Legion gegründet worden ist, Götternamen (Apollinaris, Minerva) auf eine diesen Kaisern besonders wichtige Gottheit. Wenn eine Legion vernichtet oder aufgelöst wurde, (Vespasian löste z.Bspl. 69 n.Chr. vier gallische Legionen wegen unehrenhaften Verhaltens auf) wurde ihre Nummer nie wieder verwendet. Die drei augusteischen Legionen XVII, XVIII und XIX, die im Jahre 9 n.Chr. in Germanien (Kalkriese, D) untergingen, wurden nie wieder aufgestellt. Als Ersatz wurden völlig neue Einheiten (andere Nummer, anderer Beinamen) ausgehoben.

 

Rom

 

Während der frühen römischen Geschichte bestand die Armee aus Bürgermilizen, welche die Stadt im Kriege schützten und lokale Fürsten unterwerfen sollten. Diese Aufgebot nannte sich im Lateinischen 'Legio', was später den Legionen ihren Namen gab, und wurde nur in Zeiten der Gefahr einberufen und anschließend wieder aufgelöst. Die Männer waren vorwiegend Bauern und Händler und dienten für einige Wochen oder ein bis zwei Monate im Jahr. Sie stellten ihre eigenen Waffen, Rüstungen und Zubehör, wenn auch der Staat ihnen eine geringe Kompensation zahlte. Sie kämpften, weil sie römische Bürger waren und an der Sicherheit und Expansion des Staates interessiert waren.

Diese Miliz war aufgeteilt in Klassen nach dem Vermögen, und von 200 Zenturien (ca. 20.000 Mann) waren die ersten 18 reich genug um ein eigenes Pferd aufzubringen. Dies waren die 'Equites' oder Ritter, welche als Kavallerie dienten, während der Rest sich in fünf Klassen einteilte und die Infanterie stellte. Die Einteilung in Klassen nach Reichtum bedeutet, dass die reicheren Klassen besser bewaffnet und ausgerüstet waren, während die ärmeren Klassen schlecht ausgerüstet waren. Diese Klassifizierung bestimmte auch die jeweilige Rolle auf dem Schlachtfeld: Die ärmsten Klassen stellten die leichten Truppen, die anderen die schwere Infanterie, während die stärksten und bestbewaffneten Männer die Frontlinie und Kavallerie darstellten.

Bis zur Eroberung Roms durch die Kelten im Jahre 390 v. Chr. marschierte die Armee in Phalanx-Formationen auf. Diese schwere Niederlage und die Erfahrungen im späteren Kampf gegen die Samniten, ein Bergvolk in Mittelitalien, ließ diese schwerfällige Formation Vergangenheit werden. Etwa im Jahre 300 v.Chr. wurde die flexible Formation der unabhängigen Dreier-Linien eingeführt, jede geteilt in Manipel (Herkunft von 'Eine Handvoll') und auf der ursprünglichen Zenturie basierend, nun jedoch nur noch mit 70 bis 80 Mann.

Zur Zeit des Ausbruches des Ersten Punischen Krieges (265 v.Chr.) wurde ein neues Wehrsystem eingeführt auf der Grundlage der vier alten römischen Sippen und sechszehn ländlichen Sippen. Zu Beginn jedes Jahres, wenn die beiden römischen Konsule gewählt waren, war es ihre erste Aufgabe 24 Militär-Tribune zu bestimmen - sechs für jede der vier stehenden Legionen von Rom.

An einem bestimmten Tag hatten sich dann alle männlichen Mitglieder im Alter von 17 bis 46 Jahren der 20 römischen Sippen, welche ein Vermögen über 11.000 Assen hatten, auf dem Kapitol-Hügel zu versammeln, wo sie sich in Gruppen nach Größe und Alter aufzustellen hatten. Diese Männer hatten dann jeweils viermal vor den Tribunen der Legionen aufzumarschieren, wobei die Erfahrensten und Stärksten ausgewählt wurden. Anschließend hatten die Rekruten einen Eid zu schwören und wurden nach Bekanntgabe eines Zeitpunktes und Ortes zum Einrücken entlassen.

Männer im Alter von 47 bis 60 Jahren hatten in Kriegszeiten für Garnisonstruppen bereitzustehen, während die ärmeren Bevölkerungskreise, genannt Proletarii, keine Verpflichtung zum Kriegsdienst hatten. Jedoch kam es während der Punischen Kriege aufgrund der zeitweiligen Krisensituationen vor, dass auch diese Dienst taten.

Die Männer jeder Legion wurden aufgeteilt in vier Klassen unter Berücksichtigung ihres Alters und Erfahrung: TRIARII, bestehend aus den ältesten Männern mit der meisten Erfahrung oder Veteranen-Truppen (wenn Rom in einem ständigen Kriegszustand war, wie während der Punischen Kriege), welche die Reserve und das Rückrat bildeten. PRINCIPES und HASTITI, Männer im besten Kämpferalter, welche schon über eine gewisse Erfahrung verfügten, bildeten den Hauptteil der Legionäre. Letztlich blieben noch VELITES, leichte Truppen und Plänkler, welche aus den ärmsten und jüngsten Bürgern bestanden und nur geringe oder gar keine Kampferfahrung hatten.

Obwohl, theoretisch, die Legionäre sich selbst zu bewaffnen hatten, ging man während der Punischen Kriege dazu über die Ausrüstung vom Staat zu stellen. Hierdurch ergab sich eine einheitliche Uniformierung und Bewaffnung, welche für die taktischen Formationen unerlässlich war.

Die Legion war aufgeteilt in 10 Manipel von HASTITI, 10 Manipel von PRINCIPES und 10 Manipel von TRIARII. Ein Manipel bestand aus zwei Zenturien mit je 70 bis 80 Mann. Die HASTITI bildeten die Frontlinie, bewaffnet mit zwei PILUM (Wurfspeere), einem großen ovalen Schild und einem Kurzschwert (das berühmte GLADIUS kam erst nach der Eroberung Spaniens hundert Jahre später auf). Die PRINCIPES waren genauso ausgerüstet und bildeten die zweite Linie. Die VELITES kämpften als Plänkler mit Speeren vor der Schlachtlinie und gingen beim Zusammenstoß mit dem Gegner zu den TRIARII zurück, mit denen sie dann die Reserve bildeten.

Eine Legion hatte während der Punischen Kriege eine Stärke von etwa 4200 bis 4800 Mann. Zusätzlich hatte sie eine Kavallerie oder EQUITES aus zehn TURMAE mit je 30 Mann. Zumeist wurde jedoch eine römische Legion zusammen mit einer 'Legion' der verbündeten Städte eingesetzt, welche ähnlich zusammengestellt waren, sodass eine sogenannte DOPPEL-LEGION entstand.

Die 'Stehende Armee' Roms bestand in Friedenszeiten aus vier Legionen und Kavallerie - etwa 20.000 Mann. Ohne die Proletarii hatte Rom im Jahre 225 vor Christ etwa 250.000 Männer im wehrfähigen Alter. Selbst in den gefährlichsten und schwierigsten Zeiten des Zweiten Punischen Krieges wurden hiervon nicht mehr als 120.000 Mann in 25 Legionen mobilisiert. Ursache hiervon war die politische Struktur Roms (Senat, gewählte Senatoren auf ein Jahr, demokratische Grundtendenzen), die oft genutzte Möglichkeit Proletarii zwar nicht für die Armee, sehr wohl aber für die große Flotte verwenden zu können, und die große Zahl der unterworfenen und verbündeten Städte in Italien. Alleine die römischen Kolonien (gegründete Schwesterstädte Roms in Italien) konnten im Jahre 218 v.Chr. 80.000 Mann Infanterie und 5000 Reiter stellen, während die griechischen und italienischen Verbündeten in Süditalien weitere 250.000 Mann Infanterie und 26.000 Mann Kavallerie stellten. Dies ergab ein Wehrpotential von über 600.000 Soldaten, was selbst fürchterlichste Niederlagen gegen den Karthager Hannibal ausgleichen konnte. (Quelle:www.legionen.de)


Die Unterseite wurde zusammengestellt von Magnus Wessels und Sebastian Tengen.