zur Gelände-Übersicht

Bissel - gestern und heute

 z u r ü c k


Der Lokalsender oeins hat im Rahmen seiner Geschichtswerkstatt einen ca. 28minütigen Filmbeitrag über das Schullandheim Bissel erstellt, der am 10. und 11. Januar 2011 gesendet wurde. Dieser beschäftigt sich mit der Enstehungsgeschichte des Heimes vor über 60 Jahren und seiner Entwicklung bis in die Gegenwart. Eine besondere Bedeutung hat hier ein Zeitzeuge, der sich in der Anfangszeit dort mehrfach als Schüler aufgehalten hat. Seine ausführlichen Schilderungen sowie sein reichhaltiges Bildmaterial sind hier dokumentiert.
Der Film ist bei YouTube bereitgestellt und kann dort unter der Adresse Das Schullandheim Bissel - gestern und heute angesehen werden.
Bei dem Film "Schullandheim Bissel - gestern und heute" handelt es sich um ein Produkt des Lokalsenders oeins Der Filmbeitrag und zusätzliche Informationen finden Sie auch unter: www.geschichte-mitmachen.de. "Seit 1949 fahren Oldenburger SchülerInnen ins Schullandheim Bissel bei Großenkneten..."


   


Als nach dem Krieg die Klassenräume der Knabenschule Röwekamp und der Mädchenschule Heiligengeisttor aufgrund der hohen Klassenfrequenzen aus den Nähten platzten und ein Drei-Schicht-Unterricht (sonnabends bis 18 Uhr) nötig wurde, sann man nach anderen, für Schüler und Lehrer weniger aufreibenden, Unterrichtsformen.

Als Ausweichmöglichkeit wurde ein Schullandheim in Betracht gezogen, in dem die Kinder und Jugendlichen ohne die räumliche Enge, inmitten der Natur und unter gemeinschaftsförderlichen Bedingungen lernen und spielen konnten.

Der Weg zum eigenen Schullandheim war steinig, jedoch Rektor Karl Peters von der Röwekampschule schaffte mit viel Engagement und Zähigkeit das schier Unerreichbare. Am 30.09.48 wurden als Träger die Schullandheimstiftung Röwekamp-Heiligengeisttor sowie ein Schullandheimverein als Fördereinrichtung gegründet. Peters nahm Kontakt zur britischen Militärregierung auf und nach langen Verhandlungen war es dann soweit:

Bissel gestern

Am 02.07.1949 wurde auf dem Gelände des ehemaligen Feldflugplatzes Bissel das erste Zeltlager errichtet und die Schüler konnten das 32 ha große Gelände in Beschlag nehmen.

Viele Sach- und Geldspenden sowie die Unterstützung der Stadt Oldenburg, der Schulaufsicht und der britischen Armee ermöglichten die Bereitstellung der Baumaterialien für die noch heute existierenden Wellblechhütten (”Nissenhütten“).

Ohne die unzähligen kostenlosen Arbeitsstunden und Spenden der Schüler- und Elternschaft beider Schulen gemäß dem Motto „ein bissel für Bissel“ wäre es jedoch nicht möglich gewesen, die Anlage in ihren Grundzügen bereits im Sommer 1952 fertigzustellen.

Bissel früher

Die anfänglichen Notzeiten sind vorbei, aber auch heute ist ein Aufenthalt in Bissel für Kinder, Eltern und Lehrer ein ganz wichtiger Bestandteil des Schullebens.

Die Bedeutung des Schullandheims als ein Ort des Lernens losgelöst vom Alltag, ohne Stundenplan und Klingelzeichen steht heute wie damals außer Frage.

Lernen von und in der Natur unter Einbeziehung aller Sinne ergibt sich fast wie von selbst, da das Gelände unter diesen Gesichtspunkten gestaltet wurde (z.B. Erlebnispfad, Barfußgang, Naturerfahrungsspiele).

Seit 1990 gibt es im Schullandheim eineUmweltstation. Dort werden ausgearbeitete Themenbereiche und fachliche Unterstützung für projekt- und handlungsorientiertes Arbeiten angeboten.

Als das Schullandheim Mitte der 80er Jahre aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten kurz vor dem Aus stand, wurde durch das hohe Engagement vieler Eltern im Rahmen des Fördervereins sowie des damaligen Schulleiters der Röwekampschule Lutz Heinemann und seiner Frau Margarethe ein Weiterführen ermöglicht.

Ebenso wie zu Beginn sind auch heute Eltern und Schüler beider Schulen mit Arbeitseinsätzen an zwei Aktionstagen im Frühjahr und Herbst eine der Stützen des Schullandheims.

Trotz ständiger Wartungsarbeiten und Erneuerungen nagt seit über 60 Jahren der Zahn der Zeit an den Gebäuden. Das hält selbst das stärkste Blech nicht aus. Renovierungsarbeiten in großem Umfang wurden deswegen durchgeführt, um den Schullandheimbetrieb den heutigen Erfordernissen anzupassen und damit die weitere Existenz des Heimes zu gewährleisten. Aber nichts ist umsonst und aus diesem Grund gilt heute wie damals das Motto

„ein bissel für Bissel“ oder auch mehr?!