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G.D.MaxinBegriffsbestimmung: Alltagsobjekte In der Fachliteratur existiert zur Zeit noch keine allgemeingültige Definition über Gegenstände, die entgegengesetzt ihres Verwendungszweckes, im Sportunterricht eingesetzt werden können, deren ursprüngliche Funktionen jedoch in den unterschiedlichsten Situationen des Alltags liegen. Hiermit sind z.B. Teppichfliesen, Konservendosen, Zeitungspapier, Luftballons etc. gemeint. In den Rahmenrichtlinien werden u.a. auch derartige Medien als Freizeitgeräte bezeichnet, wogegen andere Autoren sie unter Begriffen wie Materialien, Gebrauchs- bzw. Alltagsmaterialien aufführen oder sie direkt benennen (vgl. Niedersächsischer Kultusminister (Hrsg.), 1982, 19; Miedzinski, in: Trebels (Hrsg.), 1983, 162; Scherler, in: Grundschule, 1/1976, 32). Scherler zieht in einem neueren Ansatz eine deutliche Trennung zwischen Materialien aus dem Alltag und solchen, die speziell für den Sportunterricht hergestellt worden sind. Er geht dabei von dem Oberbegriff ,,Gegenstand" aus, den er anschließend nach folgenden Kriterien unterteilt: ,,Zweckentsprechend gebrauchte Gegenstände sollen Geräte heißen; wo ein gemachter Gebrauch nicht dem vorgesehenen Gebrauch entspricht, soll von Objekten die Rede sein" (Scherler, in: Sportpädagogik, 1/1885, 9). Demnach ist ein Glasfiberstab, der als Gerät für den Hochsprung verwendet wird, ein zweckentsprechend gebrauchter Gegenstand. Hingegen wird ein Gegenstand z.B. eine Konservendose, die als rhythmisches Begleitinstrument oder zum Balancieren genutzt wird und nicht gemäß ihrer ursprünglichen Funktion, der Erhaltung von Nahrungsmitteln dient, zum Objekt. Je nach Zielsetzung wird aus dieser Konservensetzung nun ein Bewegungs-, Wahrnehmungs- oder Spielobjekt (vgl. Scherler, in: Sportpädagogik, 1/1985, 9). Diese letztgenannte begriffliche Abgrenzung kann m.E.. jedoch zu Missverständnissen führen. So lässt sich dem Begriff Wahrnehmungsobjekt nicht entnehmen, dass es sich in dieser Unterrichtseinheit um Gegenstände aus dem Alltag handeln wird, die eigentlich nicht zum Sporttreiben gedacht waren. Aus diesen Grund soll diese zuletzt vollzogene Trennung Scherlers zur Begriffsbestimmung in dieser Arbeit unberücksichtigt bleiben und zweckentfremdete Gegenstände als ,Alltagsobjekte' bezeichnet werden . Verlangsamung der koordinativen Entwicklung nach sich zieht (vgl. Hirtz,1985, 50; Memel/Schnabel, 1977, 366ff; Dietrich, in: Körpererziehung, 4/1983, 151ff). Mögliche Aspekte zur didaktischen Begründung von Alltagsobjekten Im Rahmen des Sportunterrichts müssen den Kinder für die Ausbildung ihrer Fähigkeiten und Körperfunktionen viele Möglichkeiten und Gelegenheiten geboten werden, ,,gut geplante und sachgerecht vermittelte Lernerfahrungen zu sammeln" (Shochat, 1985, 19). Aus diesem Grund bedarf es einer vielseitigen Gestaltung des Sportunterrichts, die einerseits von den Bewegungsangeboten, andererseits aber auch von der Auswahl der Medien abhängig ist. Letzteres wird heute vorwiegend mit Hilfe der herkömmlichen Sportgeräte realisiert. Daneben besteht jedoch auch die Möglichkeit diese durch zusätzliche Gegenstände, die den Lernbereich der Kinder entsprechen, zu erweitern. ,,Das Kind muss reiche Sinneserfahrungen machen können, indem es mit Spielmaterial und mit Gegenständen der Wirklichkeit hantiert, sie anschaut, abtastet, ihre Funktionen und Koordinationsmöglichkeiten ausprobiert, . . .,, (Flitner, in: Bach/Haupt, 19772, 22). Ein wesentlicher Vorteil im Umgang mit Alltagsobjekten liegt darin, daß die Schüler die Möglichkeit erhalten, die im Unterricht erlernten und erfahrenen Inhalte in ihren außerschulischen Freizeitbereich übertragen, üben, erweitern und bedingt dadurch verbessern zu können. Dem entspricht daß gerade bezogen auf die Thematik dieser Arbeit, Kinder heutzutage in ihrer Umwelt häufig nur wenige oder nur mangelnde bzw. in der Regel vorgefertigte Situationen z.B. auf Spielplätzen vorfinden (Rutsche, Klettergerüst, Schaukel, Wippe, etc.), die oft nur eine relativ geringe Variationsbreite für Bewegungen zulassen. Dabei kommt es zu häufig stereotypen Wiederholungen von Bewegungshandlungen. Geräte, wie Turnböcke, Barren, Kästen, Matten, etc. stehen den Kindern ausschließlich im Sporthallenbereich zur Verfügung und lassen lediglich in Vereinen eine Möglichkeit zur außerschulischen Nutzung zu. Im Gegensatz dazu ist die Auseinandersetzung mit Alltagsobjekten nicht an bestimmte Sportstätten, wie Sporthalle, Gymnastikraum gebunden. Vielmehr ist der Umgang mit dieser ,materiellen Umwelt' beispielsweise genauso auf Spielwiesen, Schulhöfen, in Wohnstraßen oder im Kinderzimmer unter Berücksichtigung seiner Ausmaße möglich (vgl. Miedzinski, in: Trebels (Hrsg.), 1983, 162; Scher-1er, in: Sportpädagogik, 6/1979, 18; Stübing, 1978, 163). Dieses eigenständige Handeln verlangt jedoch einen gewissen Grad an Selbständigkeit. Das bedeutet, dass die Schüler sich nicht von vornherein an anerkannten Handlungsschemata, Normen und Regeln sowie an festgelegten Bedeutungen von Sportstätten oder -geräten orientieren, sondern lernen, selbst Entscheidungen in der jeweiligen Situation z.B. in Bezug auf sportliche Inhalte und Organisation zu treffen. Insbesondere die Verwendung von Alltagsobjekten im Sportunterricht eignet sich m.E. aufgrund ihrer vielfältigen Variationsmöglichkeiten und ihrer Zweckentfremdung für die Entwicklung von Persönlichkeitsmerkmalen, wie Kritikfähigkeit, Kreativität, Produktivität, etc. (vgl. Brodtmann, 1979, 57/58; Kap. 2.2; 5.2). Diese Möglichkeit zur Persönlichkeitsentwicklung der Schüler soll in dieser Unterrichtseinheit genutzt werden, da nicht das Erlernen sportmotorischer Fähigkeiten thematisiert ist; vielmehr sollen allgemein vielfältige Bewegungsreize erlangt werden, die eine Entwicklung der fundamentalen Fähigkeiten bewirken (vgl. Kap. 4.2.1). Ein derartig unbefangeneres Umgehen mit Inhalten und Normen des Sports gibt den Schülern die Gelegenheit, ihren Sportunterricht so mitzugestalten, daß ein zufriedeneres Sporttreiben auch für sportlich leistungsschwächere Schüler möglich wird. Dem Schüler werden durch die Integration von Alltagsobjekten in den Sportunterricht Formen und Wege aufgezeigt, nicht nur seine Lebenswelt in die Schule einzubringen, sondern auch umgekehrt Schule in den Freizeitbereich zu übertragen und sie somit zu öffnen. Zur unterrichtlichen Umsetzung Alltagsobjekte sollten unter klaren unter klar festgelegten didaktischen, methodischen oder pädagogischen Gesichtspunkten geplant und durchgeführt werden. Z.B.:
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